Henri de Toulouse-Lautrec

Henri de Toulouse-Lautrec,
ein innovativer Künstler

Henri-Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa wurde am 24. November 1864 in Albi geboren. Seine Eltern, Graf Alphonse de Toulouse-Lautrec und Adèle Tapié de Céleyran, stammten aus dem Provinzadel.

Lautrec litt an einer angeborenen Knochenkrankheit, die ihn viele Monate lang ans Bett fesselte. Von seinem Vater und seinen Onkeln an das Zeichnen herangeführt, verbrachte er seine Tage mit Skizzieren und Malen. Diese Neigung, die sich schon in der Kindheit zeigte, entwickelte sich zu einer wahren Berufung.

Ab 1882 absolvierte Lautrec seine Ausbildung in den Ateliers von Léon Bonnat und später Fernand Cormon in Montmartre. Dort entdeckte er das Leben auf dem Butte und die Bohème-Szene von Montmartre, die ihn inspirierten. Außerhalb von Cormons Atelier erkundete er weitere, damals modische ästhetische Wege und wandte sich der Moderne zu, indem er Szenen des Alltagslebens illustrierte. Als genialer Porträtist hielt er die Gesichter der Stars des Pariser Nachtlebens für immer fest, von Aristide Bruant bis Jane Avril, von Yvette Guilbert bis Loïe Fuller.

Da er mit Bordellen vertraut ist, konzentriert er sich auf den schlichten Alltag von Prostituierten. Theater, Comédie-Française, Varieté und Avantgarde-Szene inspirieren seine Programme und Bühnenbilder und befeuern seine Faszination für die menschliche Komödie.

Toulouse-Lautrec in schielendem Japanisch © mTL Albi
Toulouse-Lautrec in schielendem Japanisch © mTL

Als Innovator auf mehreren Gebieten revolutionierte er die Illustration und die angewandte Kunst. Die 31 Plakate, die er zwischen 1891 und 1900 entwarf, zeichnen sich durch ihre Ausdruckskraft und meisterhafte Vereinfachung des Bildes aus und machen ihn zu einem Wegbereiter des Plakats des 20. Jahrhunderts. Sein lithografisches Werk umfasst zudem 361 Drucke, die die Ausdruckskraft seiner Linie und seine Virtuosität als Zeichner unterstreichen.

Lautrec lebte im Rhythmus seiner Kunst. Seine unermüdliche Arbeit, aber auch seine Vergnügungen und sein Alkoholmissbrauch verschlechterten allmählich seinen Gesundheitszustand. Er starb am 9. September 1901 auf dem Landgut Malromé in der Gironde, dem Besitz seiner Mutter.